SGKB Immobilienforum 2026 – Nachfrage bleibt hoch – Preise weiter im Aufwind

Am 7. Januar 2026 traf sich die Ostschweizer Immobilienbranche beim grössten Immobilienforum der Region in der SGKB-Halle in St.Gallen. Rund 1 000 Investoren, Bauunternehmer, Immobilienfachleute und Entscheidungsträger diskutierten über aktuelle Zinsaussichten, Marktentwicklungen und die Perspektiven für Wohneigentum in der Region St.Gallen und Umgebung.
Zinsumfeld bleibt stützend
Thomas Stucki, Chief Investment Officer der St.Galler Kantonalbank, gab einen Ausblick auf die geldpolitischen Rahmenbedingungen im Jahr 2026. Die Schweizerische Nationalbank hält den Leitzins weiterhin auf 0,0 % und verzichtet trotz moderater Inflation vorerst auf eine Rückkehr in Negativzinsen. Die tiefe Zinslage bleibt ein zentraler Treiber der Immobiliennachfrage – insbesondere institutionelle Anleger und private Erwerber bleiben aktiv. Aufgrund der schwachen konjunkturellen Entwicklung sind Zinserhöhungen kurzfristig nicht zu erwarten, was die Attraktivität von Wohneigentum als Anlageform und zur Eigennutzung stützt.
Wohnungsmarkt: Mehr Neubauten – aber hohe Nachfrage
Expertinnen von Wüest Partner zeigten die jüngsten Entwicklungen im Ostschweizer Immobilienmarkt auf. In der Region St.Gallen hat die Bautätigkeit in den letzten zwölf Monaten deutlich zugenommen. Mehr Wohnungen in Mehrfamilienhäusern wurden baubewilligt als in den Vorjahren. Trotz dieses Zuwachses dürfte das Angebot die hohe Nachfrage nicht vollständig decken – viele Neubauprojekte werden voraussichtlich rasch veräussert oder vermietet, sobald sie auf den Markt kommen. Dadurch bleibt der Preisdruck bestehen, und moderate Preissteigerungen sind auch für 2026 prognostiziert.
Langfristiger Druck durch Bevölkerungswachstum
Ein weiterer zentraler Faktor ist das anhaltende Bevölkerungswachstum in der Schweiz. Laut Branchenexpertinnen wächst die Bevölkerung jährlich um eine Grösse vergleichbar einer mittleren Schweizer Stadt, was langfristig den Druck auf Wohnraum und Infrastruktur erhöht. Die Herausforderung liege dabei weniger im Wachstum selbst, sondern in politischen Rahmenbedingungen und Bewilligungsverfahren, die oft als Hemmnisse für eine flexible Raumentwicklung gelten. Forderungen nach effizienteren Prozessen und einer stärkeren marktwirtschaftlichen Ausrichtung wurden beim Forum betont, um dem Nachfrageüberhang nachhaltig zu begegnen.
Ausblick für Eigentümer und Investoren
Für den St.Galler Immobilienmarkt bedeutet dies: Die Nachfrage nach Wohneigentum und Anlageobjekten bleibt robust, getragen vom günstigen Finanzierungsumfeld, einem engen Angebot und einer attraktiven regionalen Lage. Die Preise für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen dürften weiterhin steigen – wenn auch mit leicht abgeschwächter Dynamik im Vergleich zu früheren Jahren. Insbesondere in begehrten Quartieren und in der näheren Agglomeration von St.Gallen sind weitere Nominalzuwächse wahrscheinlich.
Schlüsselthemen fürs kommende Jahr
Zu den zentralen Themen, die Immobilieninteressierte im Blick behalten sollten, zählen weiterhin:
• Die Entwicklung des Zinsumfelds und dessen Auswirkungen auf Hypothekarfinanzierungen
• Die Balance zwischen Neubauten und Nachfrage insbesondere in Einfamilienhaus-Segmenten
• Politische Rahmenbedingungen rund um Bewilligungsverfahren und Raumplanung
Diese Faktoren bestimmen massgeblich, wie sich Preise und Transaktionen im St.Galler Immobilienmarkt 2026 entwickeln werden – und bleiben für Eigentümer wie Investoren von grossem Interesse.